Mein letztes Haus ist kugelrund – und provoziert

DeinAdieu-Autor Martin Schuppli und Regula Kaeser-Bonanomi (Foto: Daniela Friedli)
 

Alles begann mit einem E-Mail. Keramikerin Regula Kaeser-Bonanomi aus Münsingen BE schrieb DeinAdieu.ch  am 10. Januar 2017 …

Guten Tag liebe Leute von DEIN ADIEU

Seit kurzem erhalte ich Ihre Blogbeiträge und lese sie gerne. Ich finde es so gut und wichtig, über Tod und Abschied und Trauer zu reden, zu lesen, auszutauschen …

Hier eine Idee …

In meiner Töpferei entstehen Urnen. Gebrannt – um der Vergänglichkeit etwas Beständiges gegenüber zu setzen
oder ungebrannt – um sie mit der Asche der Mutter Erde zurückzugeben oder im Wasser aufzulösen und loszulassen.
Für die Asche einer erwachsenen Person, eines Kindes oder eines Neugeborenen.

Logisch, dass ich als Autor bei DeinAdieu Kontakt mit der Keramikerin aufnahm. Ich nutzte einen längeren Waggel mit Bilbo für ein ausführliches Telefongespräch. Schnell merkte ich, dass ich nicht mit einer «Eso-Tante» telefonierte. Eher mit einer «Hexe». Oder mit einer Frau, die sich auskennt mit schamanischen Ritualen. Wir vereinbarten einen Besuch in ihrem Münsinger Keramikatelier. Dort wollte sie mich und Fotografin Daniela Friedli empfangen. Wollte uns Urnen zeigen und uns eine weitere Frau vorstellen. Eine, die ihre eigene Urne geschaffen hatte.

Nach diesem Besuch entstand nicht nur eine wunderschöne Reportage, sondern auch der Wunsch, die eigene Urne zu gestalten. Und das machte ich.

Am 7. April erschien Teil 1 dieses Blog- Beitrags auf DeinAdieu.ch

Rasch zeichnete sich ab, dass das Thema «die eigene Urne töpfern» kaum jemanden unberührt lässt. Die Reaktionen konnten unterschiedlicher nicht sein. Da war die krasse Ablehnung. Ich hörte «schpinsch eigentli» , «ich will diese Urne sicher nicht täglich anschauen müssen» oder «damit beschwörst du ja deinen Tod herauf». Gleichzeitig erreichten mich Komplimente wie «Bravo, gut gemacht» oder «ich will das auch».

Bis dahin hatte noch (fast) niemand mein Werk gesehen. Für  mich ist es mittlerweile (m)ein Kunstwerk. Schon bevor die Urne gebrannt war, wusste ich: Damit provoziere ich meine Umgebung. Das war gewollt, denn ich wünschte mir Diskussionen über das Leben, das Sterben sowie das selbstbestimmte Lebensende. Aber es kam anders.

Am Donnerstag, 29. Juni 2017 hielt ich sie dann in den Händen. Ich war tief berührt und sehr begeistert. In dieser schier grenzenlosen Euphorie verschickte ich zwei eher schlechte iPhone-Bilder. Die Reaktionen hätten unterschiedlicher nicht sein können. Begeisterung pur auf der einen Seite, komplette Ablehnung auf der anderen Seite. Die Ernüchterung empfand ich als Sturz auf Betonboden.

Auf der Heimfahrt hatte ich Zeit nachzudenken und beschloss dann, die Urne unter Verschluss zu halten. Sie hier an dieser Stellt zwar in ihrer «ganzen Schönheit» zu posten, aber nur SchwarzWeiss.

Wer mehr über die Geschichte lesen möchte, findet den Beitrag auf DeinAdieu.ch

 

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