Urs Hunziker – der Scharfmacher

 
scharfe Messer
Scharfe Messer in schmucken Hüllen.

Aufgepasst: Meine Küchenmesser sind wieder rattenscharf. Das habe ich Urs Hunziker zu verdanken, dem 32jährigen Scharfmacher von «Bolleter-Schleifservice». Will er im Kanton Aargau, oder irgendwo im Zürcher Unterland, den Anhänger parkieren und seine Schleifkunst beweisen, muss er eigentlich nur den Grundeigentümer um Erlaubnis fragen.

Liegt sein «Wunschstandplatz» auf öffentlichem Grund, ist die Gemeinde zuständig. «Klar hätte ich in Gränichen gerne auf dem Ballyplatz geschliffen, aber das ist nicht möglich. Obwohl ich nur einmal im Jahr komme, konnte mir die Gemeinde kein Plätzchen an dieser Toplage abgeben.»

So stellte er seinen Anhänger Ende Oktober beim Bahnhof ab. Zum Glück. Würden mich meine Waggel mit Bilbo nicht dort vorbeiführen, hätten wir uns kaum getroffen. Und der fröhliche Gontenschwiler hätte meine zwölf Küchenmesser, das sogenannte Sägemesser und die Pouletschere nicht schärfen können.

Das Schärfen aller Art Schneidwerkzeuge ist Hunziker Passion. Schon als Bub habe er einem Schleifer über die Schulter geschaut, schrieb die Aargauer Zeitung im März diesen Jahres. «Als er starb, habe ich einige Schleifarbeiten auf dem elterlichen Bauernhof übernommen. Später ging die Reiserei los. Ich arbeitete zuerst als Ton- und Lichttechniker, bis ich dieses Jahr beim Bolleter-Schleifservice einstieg.»

Fünf Scharfmacher sind es, die unter diesem Firmennamen geschäften. Sie arbeiten in verschiedenen Regionen, sind alle selbstständig. Die Kosten für gemeinsame Werbung und die Homepage www.schleifservice.ch teilen sie sich.

So hat Urs Hunziker zwar immer denselben Arbeitsplatz, einen fünf Tonnen schweren Anhänger. Aber den stellt er an verschiedenen Standorten ab im Kanton Aargau sowie im Zürcher Unterland. «Dort ist Bolleter Schleifservice ein Begriff, weil ich  die Standplätze meines Vorgängers übernommen habe.»

Im Aargau muss Urs Hunziker noch Aufbauarbeit leisten. Das scheint kein Problem. Stumpfe, ungepflegte Schneidwerkzeuge  liegen haufenweise rum in Küchen, Werkstätten und an Arbeitsplätzen. Hunzikers Kundinnen, Kunden sind Berufsleute, die mit scharfen Werkzeugen arbeiten möchten, oder Hobbyköche wie der Blogger.

Der Service des Scharfmachers ist perfekt. Die in Küchentücher eingewickelten Messer, erhielt der Chronist in schmucken Kartonhüllen zurück. Und dann verriet der Scharfmacher gleich noch einen Gratis-Tipp: «Messer nie in die Geschirrwaschmaschine geben. Der Wasserstrahl schadet nur, macht sie stumpf.»

Was für eine ehrliche Haut, dieser Urs Hunziker. So einem Schleifer bring ich meine Werkzeuge mit grösstem Vergnügen wieder.

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