Wasserstrasse Bosporus

Bosporus Schiffsverkehr

Die Aussicht aus unserer Wohnung auf den Bosporus ist einfach fantastisch. Faszinierend, was da für ein Schiffsverkehrt herrscht. Beginnen wir bei den ganz kleinen, den Fischerboote. Sie dümpeln mitten auf der Meerenge, dicht beieinander. Kleine Punkte nur. Ob das Wasser sauber ist? Ich zweifle. Vor vier Jahren beobachteten wir Milliarden von Qualen. Durchs Wasser pflügen auch unzählige grössere Passagierboote. Weiss, meist nur einstöckig. Viele können daher unter der Gallatabrücke durchfahren. Diese Boote bringen Pendler und Touristen von der asiatischen Seite nach Europa oder umgekehrt.

Mit der Fähre nach Asien
Wer mit dem Auto nach Asien oder von da zurück will, nimmt eine grosse Fähre. Dort haben Menschen, LKWs und Autos Platz. Vielleicht ist die Fähre günstiger als die mächtige Bosporus-Brücke, die sich hoch über den Meeresarm schwingt und nachts zauberhaft illuminiert ist. Welche Reiseart schneller ist, kann ich nicht beurteilen. Zahlreich sind die Passagierschiffe und -Fähren, die mit vielen Touristen und Einheimischen den Bosporus hinauffahren. Sie buhlen punkto Grösse mit den kleineren Frachtschiffen, die vom Schwarzen Meer ins Mittelmeer fahren oder umgekehrt.

Ab und an bleibt bleibt das Auge an einem Giganten der Meere hängen. Riesige Frachtschiffe voller Container oder Erdöl. Sie liegen tief im Wasser, ziehen ruhig ihre Bahn. Müssten sie bremsen, würde das wohl einige Kilometer benötigen. Neben diesen Frachtpötten buhlen noch schneeweisse Kreuzfahrtsschiffe um Aufmerksamkeit. Sie liegen in der Regel nur einen Tag an der Mole in Besiktas und lichten jeweils gegen Abend die Anker. Und gerade jetzt zieht ein Einmaster vorbei. Klein wirkt er zwischen all den Boot, Kähnen, Schiffen, Pötten. Die Menschen drauf werden stolz sein und den Wind um die Ohren spüren.

Bosporus-Meerenge ist eine gefährliche Wasserstrasse
Der bisher schlimmste Unfall ereignete sich am 13. März 1994, als die Stadt haarscharf an einer Katastrophe vorbeischlitterte. Nahe der Mündung ins Schwarze Meer waren in der Nacht zwei griechisch-zypriotische Schiffe, die “Nassia” und die “Shipbroker” zusammen gestossen. 30 Seeleute fanden den Tod, 20 000 Tonnen Rohöl liefen aus und verwandelten den Bosporus in ein flammendes Inferno. Glücklicherweise trieb der Wind die Flammenwand in Richtung Schwarzes Meer und nicht auf die Stadt zu. Eine Woche dauerte es, bis auf der “Nassia” das Feuer gelöscht ist.

Vor dem Bosporus stauen sich die Supertanker
Doch nicht nur die zahlreichen Öltanker erhöhen das Unfallrisiko. Es sind auch Stoffe wie Flüssiggas, Ammoniak, vielleicht sogar Atommüll, die Fischern und Umweltschützern Angst machen. Regelmäßig veranstalten sie gemeinsam Protestzüge auf dem gebeutelten Bosporus, brennen Rauchfackeln ab, als Zeichen, dass die Umweltverschmutzung und die Gefahren für die Bevölkerung Istanbuls zum Himmel schreien. Aber wen stört das schon, wenn die ganze Welt nach immer mehr Öl schreit.
Viele Reedereien sparen nach wie vor die rund 8000 Euro für die Durchfahrt mit einem Lotsen. Und so passieren 80 Prozent der Unfälle aufgrund von Navigationsfehlern, meist in der Nacht. Wenn die Sonne untergeht an den Ufern Istanbuls, beginnt die Stunde der Geisterfahrer, die bei Dunkelheit und ohne Lotsen an Bord durch die Millionenmetropole gleiten: die beiden besten Voraussetzungen für einen Crash am Bosporus. (Quelle: 3Sat)

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